Reise nach New York und Kolumbien vom 3. August - 6. September 2012

Dienstag, 28. August 2012

Wieder in die Wärme - nach Santa Fe de Antioquia (27.8.)

Der Wecker klingelt wie geplant, aber die Nacht war viel zu kurz. Der Lärm vor dem Hotel und die Geräuschkulisse im Zimmer machten eine erholsame Nacht unmöglich. Die Beseitigung der physischen Spuren der letzten Nacht dauert länger als gedacht und nach dem Frühstück muss auch noch der Web Check-in für den morgigen Flug nach Cartagena gemacht werden. Irgendwann kommen wir aber dann doch noch weg und per Metro erreichen wir den Busbahnhof "Caribe" recht schnell. Die Sonne scheint und es ist angenehm warm.

Das war gestern aber noch nicht da - Werbekunst an der Carrera 70 in Medellín
Wir steigen schnell in einen Microbus ins 80 Kilometer entfernte Santa Fe de Antioquia und fahren zügig durch Medellín. Der Bus schraubt sich die Serpentinen hoch und bald erreichen wir den mit 4,6 Kilometern längsten und modernsten Tunnel Lateinamerikas, den Túnel de Occidente. Danach geht es kurvenreich tief hinab, denn die Kleinstadt Santa Fe de Antioquia liegt nur mehr auf 550 Meter Höhe, 900 Meter tiefer als die Hauptstadt des Departamento. Entsprechend heiß ist es dann auch als wir knapp 90 Minuten später aussteigen. Das nicht vorhandene Thermometer würde sicher einen Wert gut jenseits der 30°C-Marke anzeigen. Der malerische Ort gilt aus Wiege Antioquias, und Antioquia ist ein selbstbewusst und betont anders - eine Art kolumbianisches Bayern eben. Heute ist Santa Fe ein herausgeputztes historisches Städtchen mit vielen hübschen und heimeligen Ecken. Am Wochenende fallen die Medellínenses in Scharen ein, aber heute ist ja Montag und es ist sehr angenehm beschaulich. 

Die Quinta de la Amargura ist ein schönes Beispiel der Paisa-Architektur

Die gute Stube ist die Plaza Mayor mit der schneeweißen Kathedrale, um die sich zahlreiche Restaurants und viele Süßigkeiten- und Andenkenstände gruppieren. Der ideale Ort für eine erste Erfrischung und um die ersten Schweißperlen im Schatten trocknen zu lassen. Also bestellen wir uns frische Fruchtsäfte - Maracuya und Maracuya-Mango. Sehr lecker und dank "pürierter" Eiswürfel sehr erfrischend.








Weitgehend ziellos schlendern wir durch die bis auf das Knattern und Dröhnen der Tuk-Tuks uns Motorräder stillen kopfsteingepflasterten Gassen und legen immer wieder Verschnaufpausen ein - dringend nötig bei den Temperaturen. Überhaupt halten wir uns meist auf der Schattenseite der Gassen auf (sicher nicht des Lebens). Auf den Plätzen schauen wir dem trägen Fluss des kleinstädtischen Lebens zu.











Hinweis in einem Kindergarten: "Eltern, Pünktlichkeit lernt man zuhause". In diesem Land erscheint der laxe Umgang mit der Zeit fast wie der Kampf von Don Quijote gegen Windmühlen. Irgendwie auch sympathisch!








Irgendwann meldet sich bei meinem Vater der kleine Hunger und so machen wir uns wieder auf den Weg zur Plaza Mayor, wo wir wieder in einem kleinen Freiluftcafé einkehren und mein Dad dann einen unhandlichen, ansonsten aber guten Hamburger mit Appetit verdrückt. Wir anderen trinken nur ein kühles Wässerchen, weil uns nicht so richtig nach Essen ist und dann spazieren wir zu früh zum Busbahnhof zurück. Ich hatte uns eigentlich ein Ticket für 17:30 besorgt, aber es ist noch nicht mal 17:00 und so könnten wir eigentlich gleich fahren. Eine Angestellte des Busunternehmens sieht das anders, aber nach freundlichem aber bestimmtem Insistieren gibt sie unter anhaltendem Gebrummel und Gemotze schließlich nach und so sind wir früher als ursprünglich gedacht wieder in Medellín.


Mom bleibt gleich dort und macht sich selbständig
Buen provecho - guten Appetit!
Das trifft sich auch insofern gut, als ich mich heute abend mit meiner Bekannten Amparo treffen möchte, die ich letztes Jahr in meinem Pazifik-Paradies kennengelernt habe. Noch ein paar Dinge im Hotel erledigen und dann sitze ich im Taxi in das Medellín der Gutsituierten und Shoppingcenter. Wir sehen uns mit großem Hallo wieder und dann stellt mir Amparo ihre Schwestern und ihren Ehemann Mauricio vor. Wir plaudern ein wenig, dann verabschieden sich die Schwestern und Amparo, Mauricio und ich gehen zum essen zu Crepes & Waffles und unterhalten uns 2 1/2 Stunden sehr angeregt. Ein wirklich schönes Treffen! Die beiden lassen es sich nicht nehmen mich einzuladen und dann auch noch heimzufahren, obwohl sie in einem ganz anderen Eck der Stadt wohnen. Im Hotel erzähle ich meinen Eltern vom Abend (sie hätten natürlich auch mitgekonnt, aber sie waren geschafft und außerdem müssen wir morgen sehr früh raus, denn unser Flug geht schon um 8:50 vom weiter entfernten internationalen Flughafen Ríonegro). Ich dusche, packe schnell ein wenig und schreibe dann den Blog und jetzt gehe ich noch kurz ins Bett - denn die Musik draußen wird langsam auch leiser (dafür wird es eben drinnen lauter ;-) ). Wo habe ich denn gleich wieder die Ohrenstöpsel??? ;-)

Bis bald - dann von der schwül-heißen Karibikküste. Lindos sueños!

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